BUNDESTAG BESCHLIESST EHE FÜR ALLE

Ein historischer Tag für die queere Community in Deutschland: Der Bundestag hat heute kurz vor 10 Uhr mit einer Mehrheit von 393 von 623 Stimmen das Gesetz zur Öffnung der Ehe für Alle beschlossen.
Damit wurde der Jahrzehnte lange politische Kampf unzähliger Aktivist*innen endlich belohnt und der deutsche Gesetzgeber ist endlich Willens, sich dem Puls der Zeit zu beugen und von der so im Grundgesetz nicht angelegten hetero-normativen Auslegung des Begriffs Ehe abstand zu nehmen.

Dies macht freilich weder staatliche Repressionen und Übergriffe gegen queere Menschen in der Vergangenheit ungeschehen, noch wird es kurzfristig die nach wie vor breitflächig vorhandene Homo- und Transphobie in der Gesellschaft verschwinden lassen. Es ist aber definitiv ein betont erster und richtiger Schritt von vielen im Kampf für die absolute Gleichstellung aller Formen des Zusammenlebens.
Nicht vergessen werden sollte weiterhin, dass der deutsche Staat Trans-Personen immernoch nicht angemessen anerkennt, dass Sexismus in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft immernoch ein massives Problem darstellt und dass der Themenkreis Gender-Sexualität-Feminismus nur ein Teilaspekt des noch deutlich weitreichenderen Apparates der unter anderem geschlechts- herkunfts- und sozialbedingten systematischen Diskriminierung von Menschen in unserer Gesellschaft ist.

Zudem darf auch nicht vergessen werden, dass ganz klar wahlkampftaktische Motive die Union zur Ermöglichung der heutigen, nichtsdestotrotz sehr erfreulichen, Abstimmung bewogen haben dürften und, bis auf einige Ausnahmen, keine innige Überzeugung von der Wichtigkeit der Gleichwertigkeit aller Formen des konsensuellen Zusammenlebens hinter dieser Entscheidung stehen dürfte, sondern pure christdemokratische Heuchelei und die Hoffnung auf Stimmenfang.
Dies zeigt sich auch deutlich am Abtimmungsverhalten der MdBs projeziert auf ihre Fraktionszugehörigkeit.

All dies soll am heutigen Tage jedoch keine Rolle spielen, der Zynismus der Politik soll die Stimmung nicht trüben.

Heute darf und soll gefeiert werden, und wir freuen uns, allen LGBTIQ+-Paaren zu ihrer nun endlich erlangten Gleichberechtigung gratulieren zu dürfen!

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