Programm

Wer wir sind

Die Linke.SDS Heidelberg ist die sozialistisch-demokratische Hochschulgruppe an unserer Uni, die zur Partei DIE LINKE ein kritisch-solidarisches Verhältnis pflegt.

Als Studierende mit verschiedensten Hintergründen und Schwerpunkten vereint uns die Idee eines demokratischen, freiheitlichen, ökologischen, pluralen und globalen Sozialismus, der allein den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen ist. Wir bemühen uns, ihn nach individueller Überzeugung im Hier und Jetzt zu verwirklichen: In Arbeitskämpfen, durch progressive Bildungsarbeit und im entschlossenen Eintreten gegen Neofaschismus, Rassismus und Sexismus.

 

Soziales

Bezahlbarer Wohnraum

Gerade in den Unistädten kam es in den letzten Jahren zu einem massiven Anstieg der Mietpreise.

Wir setzen uns für mehr Wohnheimplätze ein, die zu angemessenen Konditionen und zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung gestellt werden. Dies schließt auch die Förderung studentischer Initiativen wie die des selbstverwalteten Wohnheims „Collegium Academicum“ (CA) ein. Doch um wirklich etwas gegen Wohnungsnot zu tun, müssen wir das Problem an der Wurzel packen: Gemeinsam mit Mieter*inneninitiativen soll sich die Verfasste Studierendenschaft (VS) für eine soziale Wohnungsbaupolitik einsetzen, die den Menschen und nicht den Spekulationsinteressen dient.

Studentischer Arbeitskampf

Ob rechtswidrige (Tages-)Arbeitsverträge oder geringe Löhne im wissenschaftlichen Mittelbau: Wir nehmen prekäre Arbeitsverhältnisse nicht hin! Über die Arbeit im StuRa, im Senat, in den Referaten und – wie jüngst – durch kreativen und aktionistischen Protest, wollen wir Druck auf das Studierendenwerk, die Uni-Verwaltung und andere universitäre Arbeitgeber ausüben. Auf diesem Weg heißt es, sich gemeinsam mit Beschäftigten und Gewerkschaften für faire Beschäftigungsbedingungen einzusetzen.

Vereinbarkeit von Familie und Studium

Hohe Gebühren und zu geringe Kapazitäten an Betreuungsangeboten, ausgelastete Studienpläne, restriktive Studienordnungen und Unverständnis bei Dozent*innen – es gibt viele Hindernisse für Studis mit Kind(ern). Deren Anliegen müssen auch in den studentischen Gremien vertreten sein. Die Universität muss langfristig dazu verpflichtet werden, flächendeckend ein kostenloses Betreuungsangebot einzurichten, welches auch in den Abendstunden verfügbar ist.

Bildung muss kostenlos sein

Für uns steht fest: Der Zugang zu Bildung muss kostenlos und für alle möglich sein. Die Proteste gegen die diskriminierenden Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer*innen und Zweitstudierende müssen daher fortgesetzt werden. Aus selbiger Grundüberzeugung heraus fordern wir ein ausreichend hohes Studienhonorar für alle, um das bürokratische und repressive BAföG-System mit seinen viel zu geringen Regelsätzen zu überwinden.

Kostenloser ÖPNV

Der aktuelle Preis für das Semesterticket beträgt über 150€, die Tendenz ist steigend. Das sich in Planung befindende BaWü-Ticket soll zu einem Preis von über 400€ angeboten werden. Für viele ist das finanziell unzumutbar. Auch im Vergleich zu den Preisen und Konditionen an anderen Unis in anderen Bundesländern ist der aktuelle Stand in Heidelberg nicht hinnehmbar.

Unser Ziel geht jedoch über die aktuelle Debatte hinaus: Erreicht werden soll ein kostenloser Nahverkehr – nur dadurch kann für Alle wirkliche Teilhabe an Bildung, Kultur und Freizeitmöglichkeiten erreicht werden. Denn Mobilität ist ein Grundrecht!

 

Linker Feminismus

Frauen* in der Wissenschaft

Noch immer werden Frauen* (gemeint sind alle FTI*-Personen) in der Wissenschaft nicht ausreichend repräsentiert. Der Frauenanteil nimmt im Laufe von Studium, Promotion und Habilitation immer weiter ab. Dass dies ein strukturelles Problem ist und nicht etwa in einem Mangel kompetenter Frauen begründet liegt, zeigt nicht zuletzt der Blick auf die Statistik über Abschlussnoten,sowohl quantitativ als auch qualitativ. Auch müssen verstärkt Sichtweisen von Wissenschaftlerinnen* und Autorinnen* in die Lehrveranstaltungen einfließen!

Gewalt gegen Frauen

Innerhalb des letzten Jahres ist Gewalt gegen Frauen in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Diese Entwicklung muss weitergeführt und unterstützt werden. Täter müssen konsequentzur Verantwortung gezogen werden. Frauen müssen mehr Zugriff auf Ressourcen bekommen, die ihnen im Falle von sexueller Belästigung, häuslicher Gewalt und Diskriminierung zur Verfügung stehen; denn auch die Uni ist von diesen Verhältnissen nicht ausgenommen. Den Frauen*kampftag am 8. März wollen wir auch zukünftig durch eine Demonstration markieren, bei welcher Frauen für ihre Rechte auf die Straße gehen und eintreten können.

Queer

Der Begriff Linker Feminismus steht nicht nur für das Eintreten für Frauenrechte, sondern auch für alle, die sich nicht in binäre Geschlechterkategorien einordnen wollen oder deren Geschlecht nicht mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmt, also auch Non-Binary- und Trans-Personen. Noch immer wird diesen Menschen nicht ausreichend Akzeptanz entgegengebracht. Dies gilt es zu ändern!

 

Antimilitarismus

Zivilklausel

Frieden – angesichts einer zunehmend militarisierten Welt ein verbindendes Interesse unserer Generation. An Einrichtungen der Uni Heidelberg wurde in jüngerer Zeit für das Pentagon geforscht. Wir können nicht weiter mit ansehen, wie Forschung zu militärischen Zwecken betrieben wird. Wir fordern: Dem Beispiel vieler anderer Hochschulen folgend muss auch die Uni Heidelberg eine Zivilklausel einführen. Einen entsprechenden Antrag bringen wir derzeit im StuRa ein. Das ist keine Einschränkung der Forschungsfreiheit, sondern die freiwillige Selbstverpflichtung, keine Gelder und (Forschungs-)Aufträge von Rüstungskonzernen anzunehmen. Die Uni ist keine militärische Forschungseinrichtung!

Kritische Wissenschaften

Stattdessen müssen Friedens- und Konfliktforschung gefördert werden. Dies setzt voraus, dass nicht nur auf organisatorischer Ebene etwa militärische Auftraggeber abgelehnt werden, sondern dass auch auf individueller Ebene die kritische und ethische Hinterfragung der Forschung und ihrer Konsequenzen durch die beteiligten Wissenschaftler*innen gefördert wird. Humanistische Werte dürfen nicht in Vergessenheit geraten! Die Universität muss ein Ausgangspunkt für eine friedlichere Welt werden. Über den StuRa ist es möglich, Studis, die sich mit solchen Themen beschäftigen,zu unterstützen.

 

Studentische Freiräume

Die Hochschulen sollen Orte sein, an denen neue, zukunftsweisende Lebens-, Wirtschafts- und Verwaltungsmodelle erprobt werden können. Wir wollen keine Gefangenen des Systems sein, sondern unsere Persönlichkeiten frei von bürokratischen und ökonomischen Repressalien erkennen und ausleben können.

Wir kämpfen für das, was es dazu braucht: Freiräume für studentische Kultur! Ja zu selbstorganisierten Seminaren und Anerkennung derselben! Freie Bewerbung studentischer Aktionen, Events und Gruppen statt Gängelung durch Uni und Studierendenwerk! Wertschätzung und Anerkennung von studentischer Kultur fördern!

Das ist gerade in Heidelberg nötig, wo die Uni spätestens seit der Zwangsräumung des „Collegium Academicum“ 1978 auf Repression setzt (In diesem Gebäude befindet sich jetzt die zentrale Univerwaltung). Beim Projekt der Neugründung des CA soll die Uni ihre historische Verantwortung erkennen und es finanziell mittragen. Den erneuten Angriff der Stadt Heidelberg auf die studentische Kultur durch Verkürzung der Sperrzeiten in der Altstadt und Begrenzung der Nutzungsmöglichkeiten der Neckarwiese lehnen wir entschieden ab. Zudem fordern wir ein autonomes Zentrum ohne Konsumzwang in Heidelberg.

 

Selbstbestimmtes Studium

Lern doch wie du willst – Das ist das Motto, nach dem das Studium gestaltet sein sollte. Wir wenden uns gegen jeder Art von restriktiver Bildungspolitik. Deswegen haben wir im StuRa auch Beschlüsse gegen Anwesenheitspflichten unterstützt. Die Abschaffung von Zwangsexmatrikulation, Regelstudienzeit und Begrenzung von Prüfungsversuchen werden wir in Senat und StuRa thematisieren. Darüber hinaus setzen wir uns für längst überfällige Veränderungen ein wie Anonymisierung von Massenklausuren, unproblematischere Prüfungsan- und abmeldung, mehr Geld für Tutorien und mehr Möglichkeiten, Leistungen aus Nebenfächern anrechnen zu lassen. Aber der Einsatz für freies Lernen bedeutet noch mehr: Er beginnt bereits bei dem Zugang zu den Studienplätzen, wo Hürden bei der Zulassung zu Bachelor- und Masterplätzen abgebaut werden müssen. Die Uni umzugestalten erfordert Einsatz, sodass unter anderem auch Menschen mit Behinderung an ihr uneingeschränkt studieren können.

Für uns ebenfalls ein wichtiges Anliegen: Studis wissen selbst, wo und wie sie am besten lernen. Dazu werden mehr Leseplätze in der UB oder auch Online-Vorlesungen benötigt. Dies sind nur zwei Beispiele dafür, wie man das Studium besser an die individuellen Bedürfnisse der Studis anpassen kann.

 

Soziale und ökologische Nachhaltigkeit

Zwischen kapitalistisches Profitstreben und Ökologie gehört ein „oder“!

Der Drang zum größtmöglichen Profit klammert Mensch und Natur aus. Die kapitalgetriebene Ausbeutung zerstört nicht nur den Lebensraum zahlloser Tierarten, sondern lagert auch die ökologischen Kosten auf die Menschen vor Ort aus. Massentierhaltung und hemmungsloser Rohstoffabbau sind nur zwei Beispiele dafür.

Um dem entgegenzuwirken, setzen wir uns für eine Kultur der Nachhaltigkeit ein: Förderung von Umweltforschung, mehr Sensibilisierungsprojekte und breite Unterstützung von umweltbewussten Initiativen. In den studentischen Gremien versuchen wir, der Unterwerfung der Universität unter die menschen- und naturverachtende Verwertungslogik entgegenzuwirken.Die Universität braucht endlich eine Nachhaltigkeitsklausel, die der zunehmenden Privatisierung der Hochschule entgegenwirkt und soziale und ökologische Richtlinien festhält. Eine solche Selbstverpflichtung  würde Forschung, die einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft schadet, einen wirksamen Riegel vorschieben. Eine nachhaltige Art des Wirtschaftens ist möglich – aber nur ohne Kapitalismus!

 

Antirassismus

Gegen jeden Rassismus! Die Uni und die Studi-Gemeinschaft müssen sich ihrer Verantwortung bewusst werden, gegen den aufkommenden Neofaschismus in unserer Gesellschaft antreten und sich zum Beispiel für Geflüchtete öffnen. Konkret in Heidelberg fordern wir die Unterstützung von Studis, die Diskriminierung aufgrund ihrer Herkunft in Form von Racial Profiling oder Studiengebühren erfahren. Die Universität steht in der Pflicht, rassistische und menschenverachtende Propaganda von Seiten der Medien, Politiker*innen und Rechtsextremen aufzudecken und sich solcher entgegenzustellen. Wir treten für eine tolerante, offene Gesellschaft ohne Furcht ein! Unser Ziel ist es, die Universität zu einem Raum zu machen, in dem Menschen unabhängig von ihrer Herkunft angstfrei leben und lernen können. Antisemitismus und Rassismus haben in unserer Gesellschaft keinen Platz! Daher ist es unser Ziel, zu verhindern, dass die Alternative für Deutschland oder die Identitäre Bewegung sich in Heidelberg breit machen.

 

Studentische Demokratie

Was bedeutet eigentlich Demokratie? Für uns heißt es vekrustete und intransparente Strukturen aufzudecken und für ein gemeinsames, solidarisches Miteinander zu werben. Wir wollen in den universitären Gremien gleichberechtigte Mitbestimmung aller Statusgruppen (Studierende, Mitarbeiter*innen, Hochschulehrer*innen, Doktorand*innen) erwirken. Wir möchten allen die Möglichkeiten bieten Ideen zur Gestaltung der Uni – Egal ob für das Mensaessen oder Vorträge mit einzubringen. Demokratie endet aber nicht außerhalb von Sitzungssälen. Ganz im Gegenteil. Wir möchten den Diskurs auch auf die Straße tragen. Der StuRa bietet die Möglichkeiten, Demonstrationen z.B. für besseren Wohnraum finanziell zu unterstützen. Uns als Gruppe ist es auch ein Anliegen, dass wir die Interessen von Studierenden (das reicht von Kultur- bis zu Umweltpolitik) aus der Uni heraustragen. Als relevante gesellschaftliche Gruppe haben wir Studis ein Recht darauf, uns in wichtige Debatten einzubringen!