GEDANKEN ZUM INTERNATIONALEN KINDERTAG

Heute ist der Internationale Kindertag. Das sich als progressiv gebende Deutschland belegt in einer Kinderrechtsstudie des „Child Rights International Network“ nur Platz 66, liegt damit hinter allen anderen OECD-Staaten. In der Studie wurde untersucht, in wieweit Kinder Zugang zum Rechtssystem haben, um ihre Rechte dort durchsetzen zu können. Die Ergebnisse sind wie erwartet nicht gut. Kinder haben selbst als autonome Subjekte wenig zu sagen. Als Beispiel sei der Fall von Zonan G. und ihrer Tochter genannt. Sie hat sich für die kurdische Freiheitsbewegung eingesetzt und jetzt droht das Jugendamt der Mutter das Sorgerecht zu entziehen. Damit wird der Minderjährigen das Recht auf das politische Vertreten einer politischen Meinung genommen. Einige verwerfen ihr sogar vor, von ihrer Mutter „instrumentalisiert“ worden zu sein. Ein anderes Recht, das Kindern nur unzureichend zusteht, ist die Möglichkeit, selbst Entscheidungen ohne elterliches Einverständnis zu treffen, denn wer nicht 18 ist, hat oft keine gute Möglichkeit gegen eine Entscheidung der Eltern vorzugehen. Rechtlich ist da oft wenig zu machen, selbst wenn es vor Gericht geht, wo es selbst auch gerne viele Hürden gibt und Kinder nicht wirklich gehört werden, selbst wenn es um das „Kindeswohl“ geht. Kindern wird nicht einmal zugetraut, ohne Unterschrift der Eltern eine Büchereimitgliedschaft zu beantragen, geschweige denn wichtige Lebensentscheidungen selbst zu fällen. Hinzu kommt, dass psychische oder physische Gewalt an Kindern nicht immer einfach zu melden ist. Das Problem hierbei ist die Ideologie der Kleinfamilie, mit der Eltern oft die autonome Macht über Kinder haben. Theoretisch ist das reguliert, praktisch eher weniger. Die Kinderrechte stehen bei uns nicht einmal im Grundgesetz! Wir als SDS Heidelberg fordern, dass Kinder als autonome Subjekte anerkannt werden und selbst Entscheidungen, von denen sie betroffen sind, treffen können. Sie dürfen nicht mehr als Objekte angesehen werden die niemand bei ihren Entscheidungen anhört oder berücksichtigt.Zu dem mangelnden Zugang zu ausreichender Mitbestimmung von Kindern kommt eine seit Jahren wachsende Armut hinzu. Die Kinderarmutsquote liegt bei rund 20%. Die Kindergeldsätze reichen für Geringverdienende bei weitem nicht aus, um einen fairen Zugang zu Bildung, Freizeit und Kultur zu ermöglichen. Deswegen braucht es eine drastische Erhöhung des Kindergelds und Zuschläge für Erwerbslose Eltern. Schaffung von sozialer Sicherheit für das Aufwachsen von Kindern ist für uns als Studierendenverband auch eine zentrale Forderung im Umfeld der Hochschule. Deswegen fordern wir für diese die Erleichterung des Studienalltags und der Studienfinanzierung. Dafür zählt für zum einen uns die Abschaffung von Studienrestriktionen und allen anderen Barrieren, die einem emanzipatorischen Studium im Wege stehen. Zum anderen zinslose Unterstützungszahlungen und kostenfreie Kinderbetreuungseinrichtungen in Campusnähe.

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