Keine Preise für Menschenhass

Anmerkung: Auf der Gruppenvorsitzendenkonferenz des RCDS Deutschland wurde die Heidelberger RCDS Gruppe  mit dem Preis „Blauer Löwe für die beste politische Arbeit“ ausgezeichnet. Nach eigener Angabe richte sich dieser Preis vor allem an die im vergangenen Wintersemester veranstaltete Vortragsreihe zum Thema „Feministin und Konservativ“.
Der CDU-nahe „Ring Christlich-Demokratischer Studenten“ (RCDS) hat seine
Heidelberger Ortsgruppe mit dem Preis des „Blauen Löwen”, für beste
politische Arbeit ausgezeichnet – weil diese eine frauenfeindliche und
homofeindliche Vortragsreihe veranstaltet hatte.Im Gegensatz zu der wirklich feministischen Vortragsreihe des Sozialistisch-Demokratischen
Studierendenverbandes (SDS) im Wintersemester zuvor, waren fast alle der im Wintersemester 2018/2019
vom RCDS eingeladenen Vortragenden für ihren Anti-Feminismus und ihre
Homophobie bekannt. Adoptionsrecht für Homosexuelle ist laut Ulrich
Kutschera „staatlich geförderte Pädophilie”. Matthias von Gersdorf
bekämpft das Recht auf Abtreibung und weibliche Selbstbestimmung. Und
Birgit Kelle dämonisiert den Kampf für Gleichberechtigung als
sogenanntes „GenderGaga”.
Wir schreiben das Jahr 2019 und der RCDS glaubt immer noch, dass Frauen
in dessen reaktionärem Familienbild leben wollten. Die Referent*innen
leugneten und leugnen strukturelle Realitäten ebenso, wie die
Erfahrungen von all den Frauen*, die für Emanzipation kämpfen – und sich
nicht die Bluse zuknüpfen wollen (frei nach Birgit Kelle), nur weil die
allermeisten Männer* sexistisch sind. Dass ein paar der Referent*innen
Frauen* waren, tut der Sache keinen Abbruch. Auch Frauen* können –
leider – patriarchales Denken reproduzieren.

Homo- und Transfeindlichkeit sind keine Meinung wie jede andere.
Jährlich nehmen sich Homosexuelle, Trans*menschen, eben Menschen, die
nicht in das spießbürgerliche Denken des RCDS und der CDU passen, ihr
Leben – weil die konservative Mehrheitsgesellschaft sie nicht sehen
kann, ja, gar nicht sehen will. Und wenn sie einmal hinguckt, gibt es
verhöhnende Witze über Toiletten, die endlich für alle Menschen
benutzbar wären.
Die CDU ist vorn mit dabei bei dieser menschenverachtenden Haltung. Die
AfD mit ihrem offenen Hass hat dann leichtes Spiel und kann dort
weitermachen, wo die „Witze” einer AKK aufhören.

Es ist bezeichnend, dass der RCDS für dieses reaktionäre Denken, Preise
verteilt und erhält.

Selbstbestimmung und Freiheitsrechte zu verteidigen heißt, solchen
„Meinungen” Einhalt zu gebieten und ihnen jegliche Plattform zu nehmen.
Das hatte auch Erfolg: Nachdem SDS, mehrere feministische und etliche queere Gruppen,
die AIHD und die Linksjugend [’solid] Heidelberg dagegen mobilisierten,
zog sich der RCDS im geschlossenen Kreis ins Private zurück. Er konnte
offene Kritik nicht ertragen. Jetzt, da er verloren hat, diffamiert er
die Proteste als „Geschrei”.

Wer anderen vorschreiben will, wie sie zu leben haben, wie sie mit ihrem
Körper umzugehen haben, ihnen ihre bloße Existenz abstreiten will, muss
sich über Gegenwehr nicht wundern.

– Eine gemeinsame Pressemitteilung von SDS und Linksjugend [’solid] Heidelberg

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