Mauern einreißen!!!

Trotz mehr als 4000 Kilometer Marsch ist die zentralamerikanische Menschen-Karavane größtenteils an der amerikanisch-mexikanischen Grenze angelangt. Auf dem Weg dorthin konnten sie sich genauso auf die Solidarität der Gaststädte wie die Repression sowie Verfolgung durch staatliche Institutionen verlassen.
Aber noch ist nichts gewonnen.

Weniger als die Hälfte der bereits verschwinden geringen Kapazität von 100 Personen wird durch die Grenze gelassen. Als Konsequenz hat bereits die Grenzstadt Tijuana einen humanitärren Notstand ausgerufen, während Mitglieder der Menschen-Karavane einen verzweiflten Anlauf auf die Grenze unternahmen. Die Verwendung von Tränengas gegen schutzbedürftige Personen, zeigt die Brutalität des „Grenzschutz“.
Die humanitäre Krise ist durch die Asyl- und Einwanderungsfeindliche Politik der USA sowie wie das Erbe zahlloser antikommunistischer, undemokratischer Regimewechsel, die zur Destabilisierung der Region führten, hervorgerufen. Der Coup in Honduras 2009 unter Obama sowie die Unterstützung der umstrittenen Wahl Hernandenz 2017 durch Trump zeigen, dass diese neokoloniale Politik nicht beendet ist.
Die Unterstützung der Karavane in der Bevölkerung, das untragbare menschlichen Leiden, das bewusste Abschottung verursacht, sowie die Brutalität der staatlichen Organe in der Repression, sind allesamt strukturelle Parallelen zu der europäischen Grenzpolitik. Wir müssen erkennen, dass Trump auch in Europa schon lange angekommen ist.
Die Abrüstung der Grenze, Aufnahme aller Asylsucher*Innen und Abschaffung der Grenzschutzbehörden wie ICE, sind nicht utopische, sondern schaffbare, ja sogar ethisch notwendige Forderungen für die Wiedergutmachung (neo)kolonialer Verbrechen.

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