Stellungnahme zur Veranstaltungsreihe des RCDS Heidelberg

Mit Entsetzen haben wir von der durch den RCDS Heidelberg organisierten Vortragsreihe „Feministin und konservativ“ Kenntnis genommen. Die Positionen der eingeladenen Referent*innen haben nichts mehr mit dem demokratisch-konservativen Weltbild zu tun, das der RCDS vertreten möchte.

Zum Thema „My Body- My Choice“ soll der militante Abtreibungsgegner Matthias von Gersdorff sprechen, der unter anderem für die nationalistische „Junge Freiheit“ schreibt, die homophobe „Demo für Alle“ unterstützt (was auch auf alle anderen Referent*innen , bis auf einen, zutrifft) und Mitglied der häufig als rechtsradikal eingestuften religiösen Vereinigung TFP ist. Zitat aus deren Gründungsaufruf: „Unter Ordnung verstehen wir den Frieden Christi im Reiche Christi, das heißt eine strenge, hierarchische, wesenhaft sakrale, anti-egalitäre und antiliberale christliche Kultur. „

Andere Referent*innen sind die islamfeindliche Zana Ramadani, Alexander Tschugguel, Mitglied der österreichischen Reformkonservativen und Birgit Kelle, Autorin des Buches „Gender-Gaga“. Der Auftaktvortrag mit einem Mitglied der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, Ulrich Kutschera, wurde aufgrund von „terminlichen Verschiebungen“ abgesagt.

Mit dieser Aktion hat der RCDS deutlich gezeigt, wo er steht. Wer in diesen Zeiten von erstärkendem Rechtsextremismus eine Plattform bietet für den Hass auf Minderheiten und zur Verbreitung von reaktionärem Gedankengut steht außerhalb des demokratischen Diskurses.

Einem Statement zufolge distanziert sich der RCDS Heidelberg von menschenverachtenden und rassistischen Positionen, man wolle zu einer offenen Diskussionskultur beitragen. Warum man diese mit Leuten austragen möchte, die man zuvor verurteilt hat, wird nicht erklärt. Beobachtet man allerdings das Wirken des RCDS in den vergangenen Jahren, ergibt sich eine Erklärung – Plakate zu StuRa-Wahlen mit dem Titel „Gegen den Genderwahn“ und Äußerungen, die Transsexuelle diskreditieren, lassen darauf schließen, welche Positionen in Teilen des RCDS vorherrschen.
Wir als Sozialist*innen kämpfen für die Aufhebung aller Herrschaftsverhältnisse, wozu auch das Anpragern und Kritiküben an patriarchaler Strukturen zählt. Wir sind zwar immer zu einem fairen Diskurs bereit, doch wird hier deutlich einen Grenze überschritten.

Wir fordern die Verantwortlichen dazu auf, entweder klarzustellen, dass man tatsächlich keine Probleme damit hat, Rassist*innen und Frauenverachtern ein Forum zu bieten (eine Einstellung, deren Äußerung wir sehr bedauern würden), oder die Veranstaltungen abzusagen.

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